Blog : Das Das

Endlich Touren!!

Endlich Touren!!

Endlich ist es soweit. Es geht auf Tour. Dank dem Album (das im Mai erschienen ist) und der positiven Resonanz darauf können wir jetzt tatsächlich auf Tour gehen. Irre. Am 10.11. geht es offiziell in Würzburg im Wunschlos Glücklich los und dann sind wir die nächsten zehn Tage unterwegs. Das wird das erste Mal für mich seit ich mit meiner ersten Band Vorlaut kurz nach dem Abi eine Deutschland-Tour gemacht hab (zugegeben die Tour bestand nicht nuuuuur im Konzertegeben, sondern vor allem auch ner Menge ++++ und  ner Menge ++++, und nicht zu vergessen die Ravioli auf dem FKK-Campingplatz südlich von Hamburg, unvergesslich auf jeden Fall!). So eine Tour ist aber natürlich nicht nur eine geile Erfahrung für einen selber, es ist vor allem auch die Chance, sich neues Publikum zu erspielen, neue Menschen und neue Städte kennenzulernen. Ich freu mich auf jeden Fall riesig auf die Zeit mit der Band.

Leider nicht mit dabei sein, wird Nora. Aus gesundheitlichen Gründen muss sie jetzt erst einmal Abstand vom Live-Spielen nehmen. Sie wird uns aber natürlich weiterhin beim Songschreiben und Videodrehen unterstützen. Also keine Sorge, sie bleibt uns erhalten, nur leider nicht mehr als Keyboarderin und DJane.

Weil man aus einer Not am besten eine Tugend macht, haben Chris, Wolfi und ich Noras Ausscheiden zum Anlass genommen, noch einmal unser Live-Setup etwas aufzubohren. Und nach etwas Suchen und Proben hab ich hiermit die Ehre euch unser neuesten Live-Band-Mitglied vorzustellen (Trrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrommelwirbel- !): Ben Meyer. Ben ist seinerseits Sänger und Gitarrist der großartigen Band “Kandinsky” aus München und wird uns für die Tour als Drummer begleiten. Ein brutal präziser und aufmerksamer Musiker! Ich freu mich sehr auf die Konzerte mit ihm.

Hier noch einmal eine Zusammenfassung aller  Termine:

10.11.2016 Café Wunschlos-Glücklich, Würzburg

11.11.2016 Auster Club, Berlin

12.11.2016 BellyButtonFood, Braunschweig

15.11.2016 Freundlich und Kompetent, Hamburg

16.11.2016 Zollkantine, Bremen (OS)

17.11.2016 Peißnitzhaus, Halle

18.11.2016 Kulturcafé, Magdeburg

19.11.2016 Zollkantine, Bremen

Würde mich freuen, euch auf der Tour zu sehen! Habt eine gute Zeit und verbreitet die frohe Kunde! Jetzt muss ich aberauch schon wieder los. Die Dissertation will fertig geschrieben werden. Schönen Abend und bis zum Tour-Tagebuch!

Und plötzlich ist es raus.

Und plötzlich ist es raus.

Endlich: Das Album ist raus. Und darüber will ich heute schreiben. Irgendwie zumindest.

 

Klar für uns war das ein großer Moment. Ein Jahr Arbeit und jetzt kommt das Ding raus: was denken die Leute wohl drüber? Wird es überhaupt irgendjemanden gefallen? Was sagen die Musiker-Kollegen? Was sagt die Presse? Was sagt die Mama? Da ist Platz für ne Menge Unsicherheit. Erstaunlicherweise war ich jetzt aber gar nicht so aufgeregt, wie man meinen könnte. Gut denkt ihr, ist ja nicht Dein erster Release… aber das war es nicht. Ich bin, glaub ich, einfach nur so dermaßen stolz auf diese Songs, dass all diese Ängste um die erhoffte Bestätigung durch die Meinung anderer zu Flusen auf der Hose wurden. Das war die erste enorm coole Erfahrung. Eine schöne Erfahrung für so einen Hamsterrad-Hasen wie mich. Darüber hinaus war ich natürlich aber trotzdem aufgeregt wie Harry und hier kommt die zweite enorm coole Erfahrung ins Spiel: Das Feedback der Leute. Dazu aber gleich mehr!

Wenn man so ein Album raus bringt, dann gibt es ähnlich wie im Flugzeug vor dem Start so ein paar ToDos. Presswerk organisieren (das macht das Label: check), Artwork (in unserem Fall Michael Weißinger: check), Releaseparty (Bombenvoller Cord Club, München: check) und Presse-Arbeit. Die Presse-Arbeit, also die Promotion des Albums, natürlich irre wichtig, weil sonst kriegt ja keiner was mit davon! Jetzt bin ich ja nicht nur Musiker, sondern auch Forscher und als solcher hab ich wieder mal eine tolle Bestätigung dafür bekommen, dass eine der grundlegenden Annahmen der Ökonomen, und zwar dass viele Menschen sich in vielen Situationen rein egoistisch verhalten, gar nicht so weit entfernt von der Realität ist. Weil das wird schnell klar: Nur wenn Du was bringst, wirst Du auch gebracht. Bei vielen zumindest. Das ist aber natürlich auch der gesamten Situation geschuldet, denn: Was denkt ihr macht ein völliger überverfrachteter Journalist des Rolling Stones mit der Pressemitteilung, dass da so eine ganz neue, total fette Band aus München, die aber noch niemand kennt, ein Album raus bringt? Eben, nischte. Kann er ja gar nicht, selbst wenn er es wollen würde. Vor allem weil das eigene Magazin sich nicht nur mit Verkäufen, sondern auch mit Werbeanzeigen finanziert. Was dann? Nun es gibt ja Foren und Plattformen zuhauf, die sich mit Musik befassen. Also auch denen unser Promo-Zeug schicken. Ergebnis: Die kopieren Deinen Pressetext und geben dir mal 4 von 6, mal 8 von 10 Punkten, und leben davon, dass sie Werbung schalten. Auch ok, klingt aber alles etwas desillusionierend, oder? Ist es auch, aber jetzt kommts: Trotz all den Massen an Musik, die täglich erscheinen, und trotz dem Kostendruck allerorts, gibt es noch Leute, die sich Zeit nehmen, Musik (selbst nicht so bekannte) eingehend zu hören, zu analysieren und zu kritisieren. Mega.

Marinus vom Tonspion z.B., irre, was dem alles auf dem Album (http://www.tonspion.de/musik/das-ding-ausm-sumpf/alben/raumzeit) aufgefallen ist. Oder auch dem Schall-Magazin, dem Piranha Mag oder der Süddeutschen Zeitung in ihren gedruckten Ausgaben. Völlig irre. Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass ihr unserem kleinen Projekt euren wertvollen Raum und Zeit geschenkt habt. Danke! Und dabei ist zwar schön, dass solche Institutionen über einen schreiben, für mich als Künstler ist es aber viel interessanter, was sie sagen, ob positiv oder negativ, solange es gut begründet ist. Endlich Feedback. Sitzt man doch dauernd nur in seinem Studio oder seinem Kopf und bastelt und schraubt.

Jetzt sind also all diese ToDos eines Album-Releases abgehakt und wie fällt mein Fazit aus? Klar, das Musikgeschäft ist eine witzige Sache. Da wird eine Menge Lärm um nicht allzuviel gemacht und natürlich geht es immer um Leben und Tod. Schade ist sicher, dass der Kostendruck auch hier die Qualität an allen Ecken und Ende in die Mangel nimmt. Wenn man sich keine Zeit für Bands oder deren Musik nehmen kann, dann kann man dazu auch nichts Interessantes machen. Pressetext kopieren und einsetzen ist zwar auch gefüllter Raum, aber irgendwie sinnfrei… Aber und das ist die ermutigende Nachricht, auch hier gibt es Leute, die den Unterschied machen! Die nicht nur reinhören, sondern durchhören! Die sich Gedanken machen, die kritisch sind und damit unsere Musik nicht zum reinen Konsumgut verkommen lassen… Leute wie Matthias Matuschke Matuschik oder Nina “Fiva” Sonnenberg, die uns Raum in ihren großartigen Radiosendungen geben. Das ist einfach mega. Danke.

Und dann, und das ist ein ganz großes dann, gibt es da noch die Leute, die den Sound einfach nur hören wollen. Und die hauen mich sowieso um. Was die uns schreiben, macht mir sogar jetzt bei 35 Grad in meiner Dachgeschosswohnung Gänsehaut. Diese Begeisterung, diese Ehrlichkeit, diese Aufmerksamkeit. Hammer. Live zu spielen und statt Handy leuchtende Augen sehen, weil sie die Geschichten berühren: Hammer. Und uns dann auch noch auf Bandcamp unterstützen! Wenn es nicht so großartig wäre, würde ich fragen, ob ihr einen Vogel habt?! 😀 Da zahlen Leute 20€ für die CD von “raumzeit”! Das ist sowas von irre und geil!! Danke für diesen Support! Und im Vergleich dazu wird das ganze Musikgeschäft sehr klein. Klar wird man damit nicht reich, aber dafür war es auch nie gedacht.

 

Making of “Im Restaurant”

Making of “Im Restaurant”

Endlich komme ich dazu, kurz vor dem neuen Jahr. War das letzte doch schon so spannend, was kommt da wohl nächstes Jahr? Bevor es aber losgeht mit 2016, hier noch ein Rückblick zu einem Wochenende 2015, das ich nie vergessen werde. Dem Videodreh zu “Im Restaurant”.

Das Konzept zum Video ist von Nora (Schüssler) und ich war sofort davon begeistert: Eine alte Frau, einsam in ihrer Wohnung, von den Geistern ihrer Vergangenheit gejagt. Wie will man dem Song sonst gerecht werden? Klar, man hätte auch einfach den Song nacherzählen können, aber ernsthaft, ist das interessant? In meinen Augen nicht. Viel spannender ist doch die Frage, was passiert mit jemanden, der so lebt: sich gegenüber sitzt und nicht ehrlich zu sich und seinem Partner ist, zu feige ist, die Konsequenzen zu ziehen. Das Video gibt eine von vielen möglichen Antworten. Im Gegensatz zu vielen, die das Video gesehen haben, in meinen Augen sogar eine sehr positive. Indem die alte Frau am Ende zerstört, was ihr das alles eingebrockt hat, schließt sie ab. Zieht endlich einmal einen Strich.

Die Richtung war also schnell klar, aber wo die richtigen Schauspieler finden? Und überhaupt verstehen wir ja auch nichts vom Filmen und Cutten, also brauchen wir auch hierfür jemanden! Und wie hier alles ineinander gegriffen hat, ist schon faszinierend! Als Produktionsteam konnten wir Uli und Gerold gewinnen! Großartige Kerle, die nicht nur Ahnung von ihrem Fach hatten, sondern auch extrem angenehm in der Zusammenarbeit waren! Als das Wort Ruhe erfunden wurde, haben sie, glaub ich, den Uli als Vorbild genommen, irre! Immer ruhig und immer eine Lösung! Und Gerold! Hammer, mit 67 Jahren kriecht er über den Boden, um die Kamera bestmöglich zu positionieren, als würde man das mit 67 halt so machen! Die blanke Lebensfreude. Sehr inspirierend wirklich. Beide.

Produktionsteam war also gefunden, jetzt brauchten wir noch zwei Schauspielerinnen. Eine junges Mädchen und eine alte Frau. Und auch hier: irre, wie sowas laufen kann! Für die Rolle des Geists aus der Vergangenheit (das junge Mädchen) konnten wir Aurelia Bosch gewinnen. So aufgeweckt, aufmerksam und lernwillig! Toll!

Für die Rolle der alten Frau konnten wir Doris Buchrucker gewinnen. Doris Buchrucker? Was für eine Frau!!! Ohne zu übertreiben, kann ich euch sagen, dass das Kennenlernen von Doris mit das Beste war, was uns dieses Jahr passiert ist. So erfahren, so energiegeladen, so kritisch, so scharf in ihrer Analyse, so herzlich, so unerbittlich zu sich und allen anderen. Wahnsinn. Und als Schauspielerin eine Legende, die auf allen wichtigen Bühnen unseres Landes gespielt hat und regelmäßig im TV zu sehen ist. Wie kamen wir zu ihr? Ein Tip von einem befreundeten Regisseur und eine Nummer. Ok, eine Nummer, aber dann muss so jemand ja auch erst einmal ja sagen. Also ich angerufen und schon beim ersten Gespräch hin und weg gewesen. Diese Stimme! Sie hört sich den Song an und – tatata findet den Song super. Was für eine Ehre.

Brauchten wir nur noch einen Ort. Und die einzige Wohnung einer alten Frau, die ich kannte, war die Wohnung meiner Oma. Hm… aber ob wir ihr das zumuten können? Sie ist immerhin weit in ihren 80ern. Fragen kostet ja nichts, also ich ruf an und nach langen Wortspiralen, komm ich endlich auf den Punkt: “Oma, können wir unser neues Video bei Dir drehen?”. Stille. Dann sie: “Ja, klar.” Wahnsinn!! Einfach so. Sie wollte nur wissen, wann, und alles weitere werde sie dann schon sehen. Boah, ist meine Oma cool.

Die Tatsache, dass wir bei meiner Oma gedreht haben, war dann auch alles in allem das schönste für mich persönlich. Die Zusammenarbeit mit allen war der Wahnsinn, magisch, weil wir alle immer auf einander aufgepasst haben, uns geholfen und ergänzt haben, und das auf eine Weise, die ich so selten erlebe. Immer strahlende Augen, immer mit 100% bei dem, was wir machen. Dass wir aber bei meiner Oma gedreht haben, irre. Dort bin ich quasi aufgewachsen. Bevor ich ins Internat kam, war ich die meiste Zeit bei diesen Großeltern. Meine Hausaufgaben hab ich in dem Esszimmer gemacht, in dem Doris im Video alleine isst. Abends durfte ich noch mit meinen Großeltern fernsehen. Genau in dem Wohnzimmer, in dem Doris die Puppen am Ende zerschneidet und Amadeus und ich am Ende im Hintergrund auftauchen. Den Gang bin ich als Kind hunderte Mal rauf und runter gelaufen. Sei es als Indianer oder Dinosaurier, als Fußballspieler oder nächster Stefan Edberg (mit einem Softball konnte man in diesem Ganghervorragend Tennis spielen). Und jetzt haben wir da ein Video gedreht. Für einen Song, der mir so viel bedeutet. Und immer waren meine Ma und Oma da und haben geholfen. Sei es, weil es etwas zu nähen gab oder die Puppen mit Sand gefüllt werden mussten. Auf einmal schließt sich der Kreis. Schon ziemlich cool.

So war das also. Magisch. Danke, dass ich da dabei sein durfte.

winter is coming

winter is coming

Ja, ja, ich weiß: geklaut und so gut ist Game of Thrones auch nicht, aber nichtsdestotrotz: vieles passiert gerade!. Wir haben einen Antrag bei der großartigen Initiative für Musik auf Förderung eingereicht und hoffen jetzt natürlich, was das Zeug hält, das Video zur nächsten Single “Restaurant” wird gerade gemacht (Release: 1.11.2015) und es wird gebookt, was das Zeug hält. Ich halt euch auf dem Laufenden! Stay tuned!

Was war sonst so die letzte Woche? Am Samstag haben wir im BieBie in Freimann (München) gespielt. Irre cool, so etwas in München zu finden. Ein altes Medienhaus (Druckerei Bieringer) wurde von der Stadt für Künstler geöffnet. Mittlerweile haben sich dort schon 40 Kunstschaffende zusammengefunden, die die alten Büroräume von Bieringer zu neuen Dimensionen machen. Richtig gut. Unser Konzert war dementsprechend natürlich auch sehr schön: offenes Publikum, das zuhört und tanzt. Was will man mehr? Ich freu mich immens auf den Winter, wenn wir ausführlich touren. Endlich wieder Bühne.

Gestern war noch ein Abend, der geradezu nach EINMALIG schreit. Die Augsburg Allgemeine hat zum Abschlussfest seiner Kulturstraßen-Reihe geladen, Ort: Kulturstraße 27, Partykeller. Ich komm an und bin erst einmal begeistert: das Publikum im Schnitt 70. Jetzt mit Chris und mir (wir waren nur zu zweit, Gitarre und Stimme) sank der Schnitt auf 68. Warum wir da überhaupt hin sind? Wir haben den Soundtrack zum Video-Blog der Augsburger Allgemeinen geliefert. Was haben die da überhaupt gemacht? Zwei Redakteure aus der Kulturredaktion haben sich für sechs Wochen jeweils dienstags mit ihrem mobilen Büro in der Kulturstraße aufgebaut. Und hier der Clou: die Kulturstraße hat rein gar nichts mit Kunst o.ä. zu tun, sondern hat ihren Namen von der Agrarkultur (früher wurden dort Maulbeerbäume im großen Stil angebaut) und liegt in DEM Arbeiterviertel von Augsburg, Lechhausen. Über 6 Wochen hinweg wurde hier die Zeitung zum Teil der Gemeinde und die Gemeinde Teil der Zeitung. Medien mal mehr als nur Schlagzeilen-Macher. Medien als Medium. Hm… auf jeden Fall war deshalb natürlich auch das Publikum im Schnitt relativ alt, aber deshalb nicht weniger scharf auf “Das Ding ausm Sumpf” und als die 70 jährigen Damen mit uns den Refrain von Higgs Boson gesungen haben, wusste ich: einzigartig. Hoffe, dass es bald ein Video gibt! Auch hier: ich halte euch auf dem Laufenden!

Endlich Herbst

Endlich Herbst

Hier nur ein kurze Schweigeunterbrechung: Das wird ein schöner Herbst. Vieles, was da kommt: Single? Dissertation? Umzug? Auto? Kind? Album? Mehr Katzenfotos? Konzerte? Mal sehen. Ich freu mich auf jeden Fall darauf.

Einmal Schottland und wieder zurück

Einmal Schottland und wieder zurück

Und wieder zurück aus dem Urlaub/Videodreh/Konzertbesuch, weil eins alleine kann das nicht gewesen sein. Aus Prinzip natürlich schon erst recht nicht und dann wieder auch weil es wirklich nicht wenig für die wenigen Tage war. Nora und ich am Freitag los Richtung Edinburgh, um ein bisschen zu Wandern und vielleicht, wenn es sich ergibt, ein bisschen Video zu drehen. Ach ja und am Dienstag stand Nick Cave (solo) im Playhouse zu Edinburgh auf dem Plan. Plan klingt aber so, als ob wir einen gehabt hätten. Eine Ahnung ja, aber Plan? Definitv zu ambitioniert!

Am Samstag Autofahrt über Glasgow und Loch Lomond weiter westlich in die Highlands und ja die Landschaft ist irre. Vor allem wenn man im Auto sitzt und die Berge abwechselnd in Sonne, Regen, Nebel und Schnee gekleidet werden. Tagesziel: Glenncoe. Unbedingt sehenswert. Richtig schön gelegen. Im Rücken die Berge, vor der Brust das Loch (nicht das einzige Mal, dass ich mich an Neuseeland erinnert gefühlt habe). Dort bekommen wir den Tip, bei den “drei Schwestern” zu parken und das südliche gelegene Tal Richtung Westen zu gehen, dort warte das “hidden valley”. Gehört, getan und: Hmmmm… als Bayer ist man da erst einmal enttäuscht, weil sauschön keine Frage, aber verwöhnt ist man da schon auch ein bisschen. Trotzdem Glenncoe: sehr schön!

Am nächsten Tag Ziel: Isle of Skye. Also wir ins Auto und ab die Post. Kurz vor Glennfinnan gucken wir beide nach links und da war uns klar: Hier muss die erste Szene gedreht werden: Eine Frauenleiche im Sumpf. Irre kalt und konstant Regen-Sonne-Regen-Schnee-Sonne, zum Glück waren meine Beine zu haarig für die Frauenleiche, aber: großartig! Und plötzlich war der Urlaub die schönste Arbeit! Drehen, wandern, autofahren und das ganze immer wieder von vorne. Insgesamt die ganze weiter Strecke bis (Mallaig): irre!!! Unbedingt selber machen! Wir sind dann noch den “Peathan Meadhonach” gegangen, unfassbar! Eine Küstenwanderung, die einen in drei Stunden so viel Abwechslung bietet, wie das deutsche Fernsehen es ein ganzes Jahr nicht hinkriegt! Yeah!! Dazu selbstredend Sonne-Regen-Schnee-Sonne. Die Isle of Skye haben wir dann natürlich nicht mehr erreicht, was aber auch gar nicht schlimm war.

Der nächste Tag begann dann mit der Fähre zur Isle of Skye und einer Änderung der Wetterabfolge. Die Sonne war gestrichen. Für die nächsten Stunde hieß es nur noch Regen-Nebel-Schnee-Regen. Das stand der Insel schon auch recht gut, aber nach dem gestrigen Tag hatte es die Isle of Skye schon ziemlich schwer, uns zu beeindrucken. Außerdem hatten wir nicht ewig Zeit, weil wir am Abend in Glasgow sein wollten, um mit dem Bären steil zu gehen. Leider kam alles anders als gedacht, weil wir erst die Fähre verpasst hatten und dann nicht auf dem Schirm hatten, dass schottische Tankstellen keine Super-wir-haben-alles-immer-markt-Tankstellen sind, sondern (völlig verständlich im Nachhinein) um 19 Uhr zumachen, was am Ende des Tages hieß: Kein Glasgow, sondern Irgendwo im Nirgendwo in einem Hotel mit Shining-Charme übernachten. Aber auch hier hatten wir wieder Glück und haben in der Bar zwar nicht den Bären getroffen, aber einen Nord-Engländer, der uns die Kunst des Whiskeys eingeführt hat. Mein Favorit an der Stelle: Oban 14. Der Talisker 10 war auch gut. Insgesamt: Am Ende waren sie alle sehr gut.

Am nächsten Morgen nach dem Tanken und einem kurzen Zwischenstopp in Glasgow im “Where the monkey sleeps” mit dem Bären sind wir dann ab nach Edinburgh. Hier hatte ich ja große Erwartungen, weil ja jeder von dieser Stadt schwärmt und das schon zurecht. Schön alt und viel schönes, aber diese Mischung aus Stadt und Berg, wie im Falle Edinburgh: richtig gut. Holyrood Park ist großartig!! Da kämpfst Du am Gipfel gegen den horizontal auf dich treffenden Hagel und ne Stunde später zwitscherst Du Dir im Roseleaves den besten Burger der Stadt rein. Ein Hoch auf schottische Lebenskultur! Das Konzert (wegen dem wir ja eigentlich rüber sind) wurde da fast zur Nebensache, aber eben nur fast. Weil wenn ein Nick Cave solo am Klavier “God is in the house” singt, da weißt Du schnell, warum Du überhaupt am Freitag Abend in den Flieger gestiegen bist.

Der Anfang ist gemacht.

Der Anfang ist gemacht.

Am Samstag hatten wir endlich unser erstes Konzert. Endlich die Songs zeigen. Endlich die Texte zeigen. Langes Warten und endlich ein Ende und: Groß war es. Wir haben auf dem Flowerstreet Festival im Feierwerk gespielt und es war einfach nur gut. Richtig gut. Tolle Bands  (u.a. Otto Normal, AnnenMayKantereit, Five!Fast!Hits!!! u.v.m) und die Technik des Feierwerks hat alles Mögliche getan, um unseren Ideen zum Leben zu verhelfen. Gute Organisation und viele, interessierte und Musik begeisterte Zuschauer. Was will man mehr?

Großartiges Gefühl dann auch noch tolles Feedback zu bekommen. Vielen Dank!

Die beste Bühnenbildnerin der Welt

Die beste Bühnenbildnerin der Welt

Es hat Vorteile, wenn die Freundin Theaterregisseurin ist. Aus vielen Gründen, die ich hier nicht weiter ausbreiten will.

Aber aus gegebenem Anlass möchte ich einen Grund besonders hervorheben, denn er hat dazu geführt, dass am Samstag bei der Geburt vom Ding ausm Sumpf  alles so aussah wie es aussah: Wer am Theater ist, kennt auch Kostüm- und Bühnenbildner – insbesondere eine Kostüm- und Bühnenbildnerin, die in Berlin an der Universität der Künste studiert: Hsiu Ying Hou.

Hsiu Ying hat für Das Ding ausm Sumpf diese großartigen Masken entworfen und entwickelt. Sie hat dem Ding ausm Sumpf Leben eingehaucht, indem sie ihm getrocknete Seepferdchen an die Jacke heftete und auf die Schulter setzte. Sie hat mit uns zusammen über Visuals nachgedacht und die passenden Videos und Bilder dafür entwickelt. In der Woche vor unserem ersten Gig haben wir Hsiu Ying in Berlin in ihrer Werkstatt besucht und gemeinsam Kostüm und Requisiten ausgetestet. Ohne Hsiu Ying wäre das Ding ausm Sumpf nicht zu dem geworden, was es gerade ist. Und die Reise geht weiter.

Und wer am Samstag nicht live dabei sein konnte, kann sich die Ergebnisse dieser großartigen Künstlerin hier anschauen:

Das Ding ausm Sumpf im Feierwerk

 

Danke, Hisu Ying für deine Hilfe und deinen Input! Auf viele weitere, gemeinsame Kreationen!

Alles neu….

Alles neu….

… boah, bin ich aufgeregt! Über ein Jahr lang Schreiben, Beatsbasteln, Aufnehmen und Mischen gehen bald zu Ende!

Read More