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Einmal Schottland und wieder zurück

Einmal Schottland und wieder zurück

Und wieder zurück aus dem Urlaub/Videodreh/Konzertbesuch, weil eins alleine kann das nicht gewesen sein. Aus Prinzip natürlich schon erst recht nicht und dann wieder auch weil es wirklich nicht wenig für die wenigen Tage war. Nora und ich am Freitag los Richtung Edinburgh, um ein bisschen zu Wandern und vielleicht, wenn es sich ergibt, ein bisschen Video zu drehen. Ach ja und am Dienstag stand Nick Cave (solo) im Playhouse zu Edinburgh auf dem Plan. Plan klingt aber so, als ob wir einen gehabt hätten. Eine Ahnung ja, aber Plan? Definitv zu ambitioniert!

Am Samstag Autofahrt über Glasgow und Loch Lomond weiter westlich in die Highlands und ja die Landschaft ist irre. Vor allem wenn man im Auto sitzt und die Berge abwechselnd in Sonne, Regen, Nebel und Schnee gekleidet werden. Tagesziel: Glenncoe. Unbedingt sehenswert. Richtig schön gelegen. Im Rücken die Berge, vor der Brust das Loch (nicht das einzige Mal, dass ich mich an Neuseeland erinnert gefühlt habe). Dort bekommen wir den Tip, bei den “drei Schwestern” zu parken und das südliche gelegene Tal Richtung Westen zu gehen, dort warte das “hidden valley”. Gehört, getan und: Hmmmm… als Bayer ist man da erst einmal enttäuscht, weil sauschön keine Frage, aber verwöhnt ist man da schon auch ein bisschen. Trotzdem Glenncoe: sehr schön!

Am nächsten Tag Ziel: Isle of Skye. Also wir ins Auto und ab die Post. Kurz vor Glennfinnan gucken wir beide nach links und da war uns klar: Hier muss die erste Szene gedreht werden: Eine Frauenleiche im Sumpf. Irre kalt und konstant Regen-Sonne-Regen-Schnee-Sonne, zum Glück waren meine Beine zu haarig für die Frauenleiche, aber: großartig! Und plötzlich war der Urlaub die schönste Arbeit! Drehen, wandern, autofahren und das ganze immer wieder von vorne. Insgesamt die ganze weiter Strecke bis (Mallaig): irre!!! Unbedingt selber machen! Wir sind dann noch den “Peathan Meadhonach” gegangen, unfassbar! Eine Küstenwanderung, die einen in drei Stunden so viel Abwechslung bietet, wie das deutsche Fernsehen es ein ganzes Jahr nicht hinkriegt! Yeah!! Dazu selbstredend Sonne-Regen-Schnee-Sonne. Die Isle of Skye haben wir dann natürlich nicht mehr erreicht, was aber auch gar nicht schlimm war.

Der nächste Tag begann dann mit der Fähre zur Isle of Skye und einer Änderung der Wetterabfolge. Die Sonne war gestrichen. Für die nächsten Stunde hieß es nur noch Regen-Nebel-Schnee-Regen. Das stand der Insel schon auch recht gut, aber nach dem gestrigen Tag hatte es die Isle of Skye schon ziemlich schwer, uns zu beeindrucken. Außerdem hatten wir nicht ewig Zeit, weil wir am Abend in Glasgow sein wollten, um mit dem Bären steil zu gehen. Leider kam alles anders als gedacht, weil wir erst die Fähre verpasst hatten und dann nicht auf dem Schirm hatten, dass schottische Tankstellen keine Super-wir-haben-alles-immer-markt-Tankstellen sind, sondern (völlig verständlich im Nachhinein) um 19 Uhr zumachen, was am Ende des Tages hieß: Kein Glasgow, sondern Irgendwo im Nirgendwo in einem Hotel mit Shining-Charme übernachten. Aber auch hier hatten wir wieder Glück und haben in der Bar zwar nicht den Bären getroffen, aber einen Nord-Engländer, der uns die Kunst des Whiskeys eingeführt hat. Mein Favorit an der Stelle: Oban 14. Der Talisker 10 war auch gut. Insgesamt: Am Ende waren sie alle sehr gut.

Am nächsten Morgen nach dem Tanken und einem kurzen Zwischenstopp in Glasgow im “Where the monkey sleeps” mit dem Bären sind wir dann ab nach Edinburgh. Hier hatte ich ja große Erwartungen, weil ja jeder von dieser Stadt schwärmt und das schon zurecht. Schön alt und viel schönes, aber diese Mischung aus Stadt und Berg, wie im Falle Edinburgh: richtig gut. Holyrood Park ist großartig!! Da kämpfst Du am Gipfel gegen den horizontal auf dich treffenden Hagel und ne Stunde später zwitscherst Du Dir im Roseleaves den besten Burger der Stadt rein. Ein Hoch auf schottische Lebenskultur! Das Konzert (wegen dem wir ja eigentlich rüber sind) wurde da fast zur Nebensache, aber eben nur fast. Weil wenn ein Nick Cave solo am Klavier “God is in the house” singt, da weißt Du schnell, warum Du überhaupt am Freitag Abend in den Flieger gestiegen bist.